Pressespiegel

02.02.2009 //

Kranmagazin: Der Kreditklemme entgehen!

Die Hiobsbotschaften aus der Wirtschaftswelt reißen nicht ab. Die Automobilindustrie verzeichnete im Januar 2009 für den Pkw-Bereich einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat zwischen 20 % (Toyota) und 34,5 % (Daimler-Benz). Im Nutzfahrzeugsektor sieht es ähnlich schlimm aus. Die Kran- und Schwerlastbranche aber spürt von dieser Krise derzeit noch wenig.
1. Von Betreiberseite hört man immer häufiger, dass die Finanzierung neuer Krane nicht mehr gesichert ist. Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation?
Hannover Mobilien Leasing steht nach wie vor zu ihrer erklärten Kernbranche „Mobilkrane“. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, auch in 2009 Mobilkrane im zweistelligen Millionenbereich zu finanzieren und verfügen hier über entsprechende Refinanzierungsmittel. Es sind im Markt allerdings insofern Bewegungen zu erkennen, dass teilweise Marktteilnehmer genauso schnell, wie sie sich in den Kranmarkt hineinbewegt haben, nunmehr wieder davon distanzieren. Unser Anspruch ist allerdings eine tiefe Verwurzelung in den von uns betreuten Kernbranchen. Hannover Mobilien Leasing „macht“ nicht „unter anderem“ Mobilkrane, sondern ist fester Finanzierungsbestandteil der Branche.


2. Würden Sie von einer Kreditklemme sprechen?
Das Wort „Kredit“ hat seinen Ursprung im lateinischen. Credere=Glauben. Eine „Kreditklemme“ könnte man insofern auch als Glaubenskrise bezeichnen. Vor dem Hintergrund, dass das Vertrauen der Banken untereinander und gegenüber Leasinggesellschaften im vierten Quartal 2008 stark gelitten hat und insofern auch eine deutliche Zurückhaltung bei Finanzierungen im Mittelstand zu spüren war, könnte man durchaus von einer „Kreditklemme“ sprechen, von der Hannover Mobilien Leasing – auch wegen ihres starken Gesellschafterhintergrunds – allerdings nur marginal und ohne Auswirkungen für den Kranbereich betroffen ist.


3. Welche Strategie würden Sie Kranbetreibern hinsichtlich der Finanzierung empfehlen?
Zunächst sollten Kranbetreiber früher als bisher, d.h. bereits zum Bestellzeitpunkt, die Finanzierung ihres Krans fixieren. Ich denke, dass die Finanzierung eines Krans mit der eines Eigenheims vergleichbar wird: Wie bei einem Haus hat auch ein Kran einen gewissen „Beleihungswert“. Es ist davon auszugehen, dass viele Finanziers nunmehr auch hier keine 100 %-Finanzierung mehr darstellen wollen (oder können,) und ein gewisser Eigenanteil – beispielsweise in Form einer Mietsonderzahlung – verlangt wird. Das Zeichen des Unternehmers, sich mit eigener Liquidität an der Finanzierung zu beteiligen und damit dem Finanzier Verantwortung und Risikoteilung zu signalisieren, wird sicherlich positiver denn je in der Finanzierungsbranche gewertet werden.


4. Welche alternativen Finanzierungsmöglichkeiten sehen Sie?
Wir beschäftigen uns derzeit mit der Entwicklung eines für die Kranbranche neuen Finanzierungsinstruments und greifen dabei auf die Expertise unserer Muttergesellschaft, der Hannover Mobilien Leasing, im Bereich der Konzeption von geschlossenen Fondsmodellen zurück.


5. Was können die Hersteller (und Händler) tun, um den Betreibern in der derzeitigen Situation hilfreich zur Seite zu stehen?
Die Kranbranche zeichnet sich seit jeher unter anderem durch die Nähe und das gute Zusammenspiel zwischen allen beteiligten Marktteilnehmern aus. Die namhaften Hersteller haben bereits in der Vergangenheit von Fall zu Fall die Finanzierungen einzelner Betreiber in Form von Vermarktungsvereinbarungen, Restwertgarantien oder Rückkaufvereinbarungen unterstützt. Es gibt meines Erachtens nicht mehr Möglichkeiten als die, welche von Herstellerseite bereits angeboten werden. Ein falsches Signal für die Finanzierungsbranche wäre allerdings sicherlich, wenn Hersteller in der derzeitiger Marktlage davon Abstand nehmen würden.

 
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